Gibt es ein Comeback der Kombis? Wohl nicht...
Die Verkaufszahlen sind zwar etwas gestiegen, aber haben die Praktiker in Zukunft eine Chance gegen die SUVs?
Für Kombis scheint noch nicht alles verloren. Die jüngsten, weltweiten Absatzahlen für das Jahr 2023 zeigen, dass die Nachfrage nach ihnen gestiegen ist, obwohl ihnen die anhaltende SUV-Welle und das mangelnde Verbraucherinteresse in China und den USA zu schaffen machen. Sind wir auf dem Weg zu einem neuen Trend für diese Autos? Was steckt hinter diesem Wachstum?
Beginnen wir mit der guten Nachricht. Der weltweite Absatz von Kombis stieg zwischen 2022 und 2023 um gut 12 Prozent, von 1,42 auf 1,59 Millionen Einheiten. Das ist sicherlich ein positives Ergebnis, vor allem wenn man es mit der Entwicklung bei den Limousinen vergleicht, die nur um schlappe 1 Prozent zulegten. Das Ergebnis ist noch bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass diese Art von Fahrzeugen hauptsächlich in Europa verkauft wird. Auch Deutschland ist noch immer Kombiland, hier werden mit Abstand am meisten verkauft.
Tatsächlich entfielen 69 Prozent der Kombi-Verkäufe im vergangenen Jahr auf Europa und die Türkei, wo das Volumen um 15 Prozent stieg. In Ländern wie der Tschechischen Republik, wo das Langheck mit fast 20 Prozent den höchsten Marktanteil bei den Autoverkäufen hat, wird er nach wie vor als nützlich angesehen, wie auch in Italien. Dahinter folgen Deutschland, Ungarn, Schweden, die Slowakei, Finnland, Österreich, Polen, Serbien und Estland.
Die andere Seite der Medaille
Trotzdem scheint der Kombi ein wenig dem Untergang geweiht. Obwohl die Verkäufe im Vergleich zu 2022 gestiegen sind, ist das Gesamtvolumen gegenüber 2021 um 2 Prozent und gegenüber 2020, als die globalen Märkte von der Pandemie betroffen waren, um 13 Prozent zurückgegangen.
Der Aufschwung des vergangenen Jahres erklärt sich vor allem durch den unerwartet hohen Absatz von Kombis der Volkswagen-Gruppe in Europa, den starken Absatz der Renault-Gruppe, der durch den Dacia Jogger unterstützt wurde, und in geringerem Maße durch die starke Position des Subaru Outback in den USA und die Einführung chinesischer Fahrzeuge wie des NIO ET5 T.
Doch die Summen gehen einfach nicht auf. Die Nachfrage ist so stark auf eine Region konzentriert, aber insgesamt so schwach, dass viele Marken im Hinblick auf globalen Umsatz Kombis aus ihrem Programm streichen werden.
China, der größte Automarkt der Welt, will keine Kombis: Mit nur 95.600 verkauften Einheiten im Jahr 2023 (gerade einmal 0,4 Prozent des Gesamtvolumens) wurde es von Japan, den Vereinigten Staaten und Deutschland überholt. Versuche wie der des Joint Ventures SAIC-GM-Wuling mit der Marke Baojun und dem Modell RC-5 W, später Valli genannt, scheiterten. Im vergangenen Jahr waren nur 14 Kombi-Modelle erhältlich, angeführt vom elektrischen Buick Velite 6, gefolgt vom neuen NIO.
In den Vereinigten Staaten ist die Situation nicht besser. Zwar ist dies der größte Markt für den Subaru Outback, den meistverkauften Kombi der Welt, doch die übrigen verfügbaren Modelle fallen kaum ins Auge. Über 93 % der Kombi-Verkäufe in den USA entfallen auf den Subaru, der übrigens als Crossover positioniert ist.
Top Ten der wichtigsten Märkte im Jahr 2023
| Verkaufte Kombis im Jahr 2023 | vs. 2022 | |
| Deutschland | 416.520 | +14% |
| Vereinigte Staaten | 173.530 | +10% |
| Japan | 107.052 | -3% |
| China | 95.555 | +6% |
| Frankreich | 86.278 | +22% |
| Vereinigtes Königreich | 80.796 | +15% |
| Italien | 64.598 | +24% |
| Polen | 60.517 | +25% |
| Belgien | 50.894 | +26% |
| Schweden | 43.407 | -14% |
Die zehn wichtigsten Märkte nach Marktanteil im Jahr 2023
| Kombi-Absatz in % des gesamten Pkw-Absatzes im Jahr 2023 | |
| Tschechische Republik | 19,8% |
| Deutschland | 15,5% |
| Ungarn | 15,4% |
| Schweden | 15,2% |
| Slowakei | 15% |
| Finnland | 14,9% |
| Österreich | 13,5% |
| Polen | 13,1% |
| Serbien | 13% |
| Estland | 13% |
Kombi-Absatz nach Marken im Jahr 2023
| Marke | Verkaufte Einheiten in 2023 | gegenüber 2022 |
| Subaru | 222.747 | +9% |
| Skoda | 169.334 | +12% |
| Volkswagen | 151.967 | +20% |
| Toyota | 121.214 | +17% |
| Audi | 114.340 | +24% |
| Dacia | 94.200 | +64% |
| Mercedes | 92.600 | +7% |
| BMW | 85.469 | -5% |
| Ford | 59.254 | +38% |
| Kia | 58.311 | +3% |
Ein SUV statt eines Kombis
Der letzte Grund für die düstere Zukunft der Kombis ist natürlich die Popularität der SUVs. Kombis kommen den SUVs in Bezug auf das Design am nächsten. Dies ist ein wichtiger Aspekt, der den Kombis nicht zugute kommt: Sie bieten zwar die gleiche Vielseitigkeit wie ein SUV, können aber in puncto Geländetauglichkeit und bequemer Ein- und Ausstieg nicht mithalten. Und vor allem surfen die SUVs nach wie vor auf einer Modewelle.
Der Autor des Artikels, Felipe Munoz, ist Automotive Industry Specialist bei JATODynamics.
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